Haus geerbt oder gekauft: Was Sie vor der Sanierung prüfen sollten
Ein geerbtes Elternhaus oder ein frisch gekauftes Bestandshaus bringt viele Fragen mit sich. Was ist noch in Ordnung, was muss erneuert werden, und in welcher Reihenfolge? Mit einem klaren Blick auf den Bestand vermeiden Sie böse Überraschungen und können besser planen.
1. Unterlagen zusammentragen
Sammeln Sie alles, was es zum Haus gibt: Baupläne, Baugenehmigung, Energieausweis, Rechnungen früherer Modernisierungen, Wartungsprotokolle der Heizung. Fragen Sie bei einem Kauf die Voreigentümer, bei einem Erbe Angehörige oder Nachbarn – oft weiß jemand, wann das Dach oder die Fenster zuletzt erneuert wurden. Fehlen Pläne, kann ein Aufmaß vor Ort helfen.
2. Bausubstanz prüfen
- Dach: Ist die Eindeckung dicht? Gibt es eine Unterdeckung und eine Dämmung?
- Keller und Wände: Gibt es feuchte Stellen, Ausblühungen oder muffigen Geruch?
- Tragende Teile: Gibt es Risse in Wänden oder Decken, durchhängende Balken?
- Fenster und Türen: Schließen sie dicht, sind die Rahmen intakt?
3. Haustechnik prüfen
Elektroinstallation, Wasserleitungen und Heizung sind in älteren Häusern oft am Ende ihrer Lebensdauer. Lassen Sie diese Bereiche von Fachleuten beurteilen. Wenn ohnehin umfassend saniert wird, ist das der richtige Moment, sie zu erneuern – bevor neue Wände und Böden entstehen.
4. Schadstoffe im Blick behalten
In Gebäuden bestimmter Baujahre können Baustoffe verbaut sein, die heute als bedenklich gelten, etwa in alten Bodenbelägen, Klebern oder Platten. Vor Rückbauarbeiten sollte geprüft werden, ob solche Materialien vorhanden sind und fachgerecht entfernt werden müssen.
5. Nachrüstpflichten beachten
Nach einem Eigentümerwechsel können nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) bestimmte Nachrüstpflichten gelten – zum Beispiel für die Dämmung der obersten Geschossdecke oder von Heizungsleitungen in unbeheizten Räumen. Welche Pflichten für Ihr Haus gelten und bis wann, sollten Sie frühzeitig klären, am besten mit einem Energieberater oder Ihrem Sanierungsbetrieb.
6. Ziele und Rahmen festlegen
Wollen Sie selbst einziehen, vermieten oder verkaufen? Davon hängt ab, wie umfassend Sie sanieren. Überlegen Sie auch, ob Sie Schritt für Schritt vorgehen oder alles in einem Zug erledigen möchten. Eine Kernsanierung vor dem Einzug ist oft einfacher als Arbeiten im bewohnten Haus.
7. Förderung vor dem Auftrag klären
Energetische Maßnahmen wie Dämmung, neue Fenster oder eine Komplettsanierung können förderfähig sein. Bei vielen Programmen muss der Antrag gestellt sein, bevor Sie den Auftrag vergeben. Planen Sie diesen Schritt deshalb früh ein.
Unsere Unterstützung
Wir sehen uns Ihr geerbtes oder gekauftes Haus gemeinsam mit Ihnen an, sagen Ihnen, was aus unserer Sicht dringend ist und was warten kann, und erstellen ein schriftliches Angebot mit Bauzeitenplan. Wenn Sie weiter entfernt wohnen, verfolgen Sie den Baufortschritt regelmäßig mit Fotos auf Ihrer Projektseite „Mein Bauprojekt“.